Liebe Charlotte Würdig – Ein offener Brief gegen den Schlankheitswahn nach der Schwangerschaft

Liebe Charlotte Würdig,

eigentlich wollte ich nichts sagen, nach deinem voll an der Realität vorbeigehendem Instagram-Post. Ich wollte dir keine Plattform geben aber da man kaum noch an dir vorbeikommt, ohne deine überheblichen Kommentare zu lesen, will ich dir doch noch etwas sagen.

Aus eigener Erfahrung kann ich natürlich verstehen, dass man so schnell, wie möglich wieder in seine alte Form kommen möchte und sich unwohl im neuen Körper fühlt, denn vor allem in deinem Job ist es wichtig schnell wieder gut auszusehen. Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum es wichtig ist, so schnell wieder gut auszusehen, wenn man so in der Öffentlichkeit steht wie du?
Weil jemand, wie du, leider die Maßstäbe setzt, was zu dick oder zu dünn ist. Und solche Kommentare, wie du sie in den vergangenen Wochen und Jahren von dir gegeben hast, machen niemandem Mut.

Du sagst, du kannst jeder Frau, die gerade ein Kind bekommen hat helfen. Egal, ob vegan, vegetarisch, stillend oder nach einem Kaiserschnitt. Du sagst, es gibt keine Entschuldigung. Meiner Meinung nach setzt du all diese Frauen unter Druck.
Niemand soll nach einer Geburt das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein, denn der Körper hat gerade zehn Monate Schwerstarbeit geleistet. Aber genau dieses Gefühl ist es, das du uns normalen Frauen vermittelst.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es den meisten Frauen nicht so gut geht, wie dir? Dass sie eventuell keinen Mann an ihrer Seite haben, dem es finanziell so gut geht? In unserer Realität ist es vielmehr so, dass der frischgebackene Papa in Vollzeit arbeiten gehen muss und von den schlaflosen Nächten und der Arbeit so geschafft ist, dass ich Verständnis dafür habe, dass er auch mal eine Pause braucht.

Hast du mal an die Mütter gedacht, die mit einem Schreibaby zu kämpfen hatten? Mütter, die deswegen so geschafft waren, dass an nichts weiter zu denken war, außer ans „Überleben“? Das sind genau die Mütter, die irgendwann am Ende ihrer Kräfte glücklich darüber sind, dass das Kind 40 Minuten schläft und sie überhaupt mal etwas essen können.

Du sagst, dass man für dein Training nur 40 Minuten an 5 Wochentagen Zeit benötigt? So viel Zeit für mich hätte ich im ersten Jahr mit meiner Tochter gerne mal gehabt, denn meine Tochter war genau so ein Kind, dass viel geschrien hat und ständig an mir klebte und sich weder ablegen, noch von anderen beruhigen ließ.
Auch der Haushalt muss geführt werden… Also, sorry Charlotte, aber ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten frischgebackenen Mamas auch ohne deine Ansprüche schon genug zu tun haben.

Was ist denn mit den Müttern, die körperlich noch nicht gesund sind? Zum Beispiel Probleme mit der Kaiserschnittnarbe haben, Geburtsverletzungen, die Schmerzen verursachen oder eine Schilddrüsenunterfunktion haben? Wie sollen diese Frauen den Ansprüchen genügen, die du in der Öffentlichkeit vorgibst?
Ich habe während meiner Schwangerschaft eine Schilddrüsenunterfunktion erworben und kämpfe mit jedem Kilo, denn bei dieser Erkrankung ist der Stoffwechsel so langsam und runtergefahren, dass Abnehmen fast unmöglich ist.

Was ist mit Rückbildung und dem Wochenfluss oder dem ausgeleiertem Beckenboden mit all seinen Konsequenzen? Hat eine Moderatorin so etwas nicht? Du lässt uns zumindest nichts davon wissen.
Vergiss aber dabei nicht, dass wohl fast alle Frauen, mit diesen Problemen kämpfen. Dass teilweise normale Spaziergange oft nicht ohne Schmerzen möglich sind.

Du sagst, du hast eben auf Kohlehydrate verzichtet? Bedenke aber, dass du stillenden Müttern eine ausgewogene Ernährung raten solltest. So eiweißhaltig und einseitig sollte sich keine stillende Mutter ernähren.

Deiner Meinung nach braucht man nur etwas Disziplin und muss etwas machen? Ich finde du machst dir das zu einfach. Bedenke, dass nicht jeder so ist, wie du. Nicht jeder ist gesund oder hat so ein entspanntes Baby, wie du!

Jetzt bist du wieder schwanger. Du kannst uns in einigen Monaten also wieder deinen tollen gestählten Körper präsentieren und uns erzählen, wie leicht das alles ist.
Es ist in Ordnung, dass du stolz bist und deinen Körper dann auch zeigen möchtest. Tu dies auch. Denke aber bitte an all die Dinge, die bei anderen Müttern eben auch anders laufen. Bei denen es nicht so läuft, wie bei dir!

Ich wünsche dir alles Gute

Deine Daniela

Alte Gewohnheiten endlich ablegen…

Es ist schon recht seltsam. Vor kurzem erst dachte ich, dass ich meine Unsicherheiten in Bezug auf das Mutter-Sein endlich abgelegt habe.
Früher, als die kleine Maus noch ein Baby war, war ich ja grundsätzlich in jeder meiner Entscheidung unsicher. Ich wusste nie, was richtig ist. Weder für mich, noch für mein Baby. Bauchgefühl kannte ich nicht, was aber wohl viel mehr daran lag, dass ich meine Tochter nicht verstanden habe. Daher habe ich mich von jedem, der sich in den Umgang mit mir und der Maus eingemischt hat, mehr oder weniger leiten lassen. Nicht immer bewusst und auch nie so, dass ich es offen zugeben würde, aber immerhin jedes Mal ein bisschen.
So habe ich natürlich weder Instinkt, noch mütterliche Intuitionen, noch ein gesundes Bauchgefühl in Umgang mit meiner Tochter entwickeln können.
Ich wurde also immer unsicherer und die Maus sicher auch, denn ich habe selten gleich reagiert, da sie sich ja nicht beruhigen ließ.

Nachdem die Phase endlich vorbei war, in der die Maus ganze sieben Stunden pro Abend bzw. Nacht am Stück schreiend verbracht hat und ich schon am Rande des Nervenzusammenbruchs war, habe ich erst gemerkt, dass ich allein die Expertin für meine eigene Tochter war. Ab da an wurde es besser. Ich wurde sicherer und auch die Maus war ausgeglichener. Klar, war sie immer noch sehr fordernd und kaum zum Schlafen zu bewegen, aber es wurde langsam immer besser.

Nach und nach habe ich gelernt auf die Signale der Maus achten und im Gegenzug die, oft viel zu gut gemeinten Ratschläge zu ignorieren.
Die besten Ratschläge waren ja grundsätzlich die der kinderlosen Freunde. Kennt ihr sicher…
„Verwöhn sie doch nicht so!“, „Sie muss auch lernen, dass sie nicht immer alles gleich bekommt!“, „Du musst sie auch mal schreien lassen, sonst schläft sie nie durch!“ oder mein Lieblingssatz „Wenn ihr sie jetzt nicht langsam mal an ihr eigenes Bett gewöhnt, wird sie mit 18 noch bei euch schlafen!“
Aufgrund dieser tollen Tipps, habe ich mich von vielen Freunden distanziert, denn ich wollte keine Ratschläge. Vielmehr wollte ich einfach nur verstanden und in den Arm genommen werden.

Ich versuchte mich also allein am Thema „Mama-Sein“. Mein Mann war mir nur insofern eine Hilfe, dass er mich verstand und wusste was in mir vorgeht. Aber ihm ging es ja genauso. Er war ratlos, überfordert und musste nebenbei auch noch arbeiten gehen.

Mit der Zeit verstand ich meine Tochter aber immer besser. Ich lernte sie und ihre Launen kennen und konnte mit der Zeit immer besser darauf reagieren. Endlich hatte ich wieder etwas Selbstbewusstsein und war wieder glücklich Mama zu sein.

Natürlich gab es immer wieder kleinere und größere Rückschritte. Zum Beispiel als die Autonomiephase losging oder die Maus sich plötzlich dazu entschied kein Mama-Kind, sondern ein Papa-Kind zu sein, aber im Großen und Ganzen wurde es langsam.
Zumindest bis vorgestern Abend. Als ich im Supermarkt an der Kasse stand und die Kassiererin der Maus ganz verdutzt die Frage stellte, warum sie so spät denn noch nicht im Bett ist? Meine Antwort war erst einmal ganz ohne Hintergedanken „Naja, ist ja erst 18 Uhr und ich bin eben voll berufstätig.“
Daraufhin fragte mich die Kassiererin wie alt die Kleine denn ist und ob sie schon im eigenen Bett schläft…

Ganz plötzlich fühlte ich mich in alte Zeiten zurückversetzt. Ich hatte das Gefühl mich rechtfertigen und erklären zu müssen. Ich hatte das Gefühl mal wieder einen Fehler gemacht zu haben.

Mittlerweile habe ich meine Unsicherheit natürlich wieder in den Griff bekommen. Ich weiß, dass ich bei meiner Tochter nichts falsch mache. Sie liebt mich mit all meinen Macken und Fehlern…
Jeder muss es auf seine Art machen, denn nur weil etwas Bestimmtes bei der Maus richtig war, heißt das nicht, dass das die Universalantwort bei anderen Kindern ist.

Also versucht an euch und eure Fähigkeiten als Eltern zu glauben und lasst euch auf keinen Fall verrückt machen.

Wie ist es bei euch? Habt ihr auch Momente in denen ihr an euch selbst zweifelt? Wie geht ihr damit um?

Germanys next Kita-Model?

Am Freitag kam eine Photographin zu uns in die Kita, denn es war mal wieder so weit. Das alljährliche Fotoknipsen stand an. Für mich etwas komplett neues, da ich im letzten Jahr noch in Elternzeit war und davor in der Behindertenhilfe tätig war.

Der Termin war schon lange davor angekündigt und ich habe ihm vollkommen gelassen entgegen gesehen. Warum auch nicht? Man ahnt ja nichts Schlimmes… Zumindest bis zum Moment, als die ersten Kinder den Raum betreten haben.
Aufgetakelt bis in die Haarspitzen…
Da wurde zu Hause geflochten, gepudert und gestylt, nur damit die, in dieser Jahreszeit grundsätzlich verrotzten Kinder auch gut aussehen.

„Sie ist ein bisschen erkältet, also hab ich ihr ein wenig Rouge ins Gesicht gemacht! Ach und die Haare habe ich mit Haarspray fixiert. Vielleicht achtet ihr bitte darauf, dass sie nur ruhige Spiele spielt!“ oder „Ihr könnte ihr ja, wenn das Foto gemacht wird, die Brille abnehmen, damit sie hübscher aussieht!“, waren einige der Sätze, die ich mir anhören musste.
Ist das nicht einfach unglaublich??? Es sind Kinder, mit denen ganz normale Kita-Fotos gemacht wurden. Stattdessen wurden die Kinder gestylt und verkleidet, als ob es um Model-Fotos gehen würde.

Natürlich werden die Kinder unmittelbar vor dem Foto noch von den Rotznasen und eventuellen Essensresten befreit. Ist ja auch selbstverständlich, aber so…? Manchen Kinder habe ich bestimmt dreimal umgezogen und gekämmt, nur damit die Eltern auch zufrieden sind mit dem Ergebnis.
Ihr könnt euch kaum vorstellen, was das für ein Zirkus war an diesem Tag… Und trotzdem war es vollkommen unnötig, denn als meine Kinder endlich an der Reihe waren, war es Mittag und da war mittlerweile auch die Frisur mit dem stärksten Halt nur noch im Ansatz vorhanden. Und trotzdem sind es ausnahmslos tolle Bilder geworden…

Meiner Meinung nach sehen Kinder immer süß aus auf solchen Bildern, egal ob mit Brille oder ohne, geflochtenen oder offenen Haaren… Dieses Ganze verkleiden und stylen ist absolut nicht notwendig und auch unverständlich…

Wie ist es bei euch, wenn der Kita-/Schulphotograph kommt? Stylt ihr eure Kinder auch durch? Oder lasst ihr sie einfach sein, wie sie sind? Wie wichtig ist so ein „perfektes“ Bild für euch?

Eltern erziehen ist schwer…

Am Wochenende nehme ich mir, trotz meines Mama-Daseins das Recht heraus auszuschlafen, da ich wochentags grundsätzlich eine Stunde eher aufstehe als der Mann, damit er Zeit hat sich in aller Ruhe und alleine fertig machen kann, während ich mich um die Maus kümmere. Vom Zeitlichen her müsste ich das nicht, denn ich gehe deutlich früher aus dem Haus, als der Mann und die Maus.

Normalerweise würde Ausschlafen in meinem Fall bedeuten, dass ich mindestens bis mittags im Bett liege.
Leider schaffe ich zurzeit immer nur bis halb zehn. Das liegt aber nicht, wie manch einer vielleicht denkt, an einer mittlerweile erworbenen senilen Bettflucht, sondern an den ständigen „Streitereien“ zwischen der Maus und dem Mann.

Es ist schon ein ungeschriebenes Gesetz. Sobald die beiden allein in irgendeinem Raum sind, wird sich angezickt. Die Schlafzimmertür und die Wohnzimmertür werden vom Papa mittlerweile schon grundsätzlich offen gelassen, damit Mama auch schnell wach wird und aufsteht.
Man könnte meinen, dass sich mein mittlerweile fast 31 Jahre alter Mann erwachsen benehmen kann. Ja, das kann man nicht nur meinen, sondern auch erwarten… Stattdessen wird er zum trotzigen Kleinkind und ärgert sich über alles.

Die Maus ist natürlich nicht blöd und weiß inzwischen schon ganz genau, wie sie ihren Willen bekommt und ihren Papa auf die Palme bringt. Leider hat mein Superheld nicht das Durchhaltevermögen endlich mal konsequent zu handeln, frei nach dem Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende…“
Stattdessen macht er es sich leicht und erlaubt vieles, was ich nicht erlaube. „Nicht, dass sie wieder einen Wutanfall bekommt…“ ist dann oft seine Ausrede.

Während ich mittlerweile meine Linie gefunden habe und vollkommen intuitiv an die Sache Erziehung herangehe, scheint ihm der natürliche Sinn dafür zu fehlen. Ohne Linie und ohne Verstand. Hauptsache Spaß mit der Maus. Im nächsten Augenblick wundert er sich darüber, warum die Maus nicht auf ihn hört, wenn er etwas von ihr möchte.
Wie man sich sicherlich vorstellen kann, ist dieses Thema häufig ein Grund zu streiten, da ich ihn immer wieder von seiner Palme herunter bringen muss.

Es ist anstrengend, dass ich ihm immer wieder erklären muss, dass er seine eigene Linie finden muss und nicht immer versuchen soll mich nachzuahmen. Das ist unauthentisch und die Maus nimmt ihn nicht ernst, wenn er ihr was sagt. Auf mich dagegen hört sie mittlerweile fast immer… Vorausgesetzt sie steckt nicht gerade in einem Trotzanfall 😉

Ich kann nur hoffen, dass der Supermann bald seine eigene Linie findet…

Wie ist es bei euch? Seid ihr euch in Erziehungsfragen immer einig oder hat einer von euch auch Probleme in seine Rolle zu finden?

Eine Prise Wirklichkeit….

Auch nach zwei Jahren Mama sein, fällt mir immer noch auf, dass ich mir ein Urteil über andere Mütter, die mir jeden Tag begegnen, bilde. Wie ihr euch vorstellen könnt, fällt das Urteil in meinen Gedanken nicht immer positiv auf und ich muss mir sozusagen „auf die Zunge beißen“. Immer wieder vergesse ich, dass ich nicht das Recht habe über andere zu urteilen, denn erstens kenne ich die Umstände der anderen nicht und zweitens bin ich von der Perfektion so weit entfernt, wie Mario Barth vom Bundeskanzleramt.

Wahrscheinlich denken viele andere Mütter genauso schlecht über mich, wenn die Maus unterwegs mal wieder einen Wutanfall bekommt und ich das tobende Kind unter dem Arm weitertrage oder wenn ich das Kind unterwegs mit Fruchtbeuteln zustopfe, um die fünf Minuten Busfahrt zu überstehen, ohne dass die Maus mich und alle anderen Fahrgäste wahnsinnig macht.

In meiner früheren Vorstellung vom Mama-Dasein, hätte ich das niemals gemacht. Da war ich perfekt. So perfekt, dass ich alles neben dem Kind gebacken bekomme und gleichzeitig noch die beste, geduldigste und verständnisvollste Mutter überhaupt bin…
Das war also der Traum… Jetzt nach 2 Jahren, wenn ich so zurückblicke, muss ich feststellen, dass ich fast jede Überzeugung, die ich hatte und fast jede Regel, die ich mir selbst aufgestellt habe, über den Haufen geworfen habe.

Ich wollte meinem Baby immer alle Bedürfnisse erfüllen, stattdessen gab es Momente, in denen ich nur noch in einen anderen Raum gehen konnte, um vom ständigen Geschrei wegzukommen.
Ich wollte die Maus voll stillen. Mindestens sechs Monate lang. Stattdessen habe ich ihr nach drei Monaten schon das Fläschchen gegeben, da ich in der schrecklichen Schreizeit keine zu intensive Nähe zu meinem Baby mehr ertragen konnte.
Ich wollte die kleine Maus nur in ihrem eigenen Bett schlafen lassen, stattdessen waren die einzig einigermaßen erholsamen Nächte die, in denen die Maus mit in unserem Bett geschlafen hat. So sind wir unverhofft zu Familienbett-Eltern geworden.
Ich wollte der Maus, vor allem in ihrem Alter kein Fernsehen erlauben. Es gab aber einfach Zeiten, in denen ich einfach nur etwas Ruhe brauchte, um nicht auszurasten. Da war ich froh, dass sie sich durch den Fernseher zumindest zehn Minuten lang beschäftigen konnte…

Ihr seht, dass ich mittlerweile viele Vorsätze gebrochen habe. Das ging aber erst, nachdem ich den Druck losgeworden bin, alles perfekt zu machen. Mir wurde klar, dass ich nur eine gute Mutter sein kann, wenn ich mich nicht von allen anderen beeinflussen lasse, denn der Druck der dadurch auf mir lastete, machte alles, das war, noch schwieriger. Dadurch konnte ich nur scheitern… Ich musste lernen, mir über mein Umfeld keine Gedanken mehr zu machen.
Erst dadurch habe ich gelernt, mich nur auf mich und meine Tochter zu konzentrieren. Und trotz der Fehler, die ich sicherlich noch häufig mache, bin ich die perfekte Mama für sie…

Hattet ihr auch gute Vorsätze, die ihr über den Haufen geworfen habt, oder ist alles so gelaufen, wie ihr euch das vorgestellt habt?

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung…

Seit heute ist die kleine Maus 2 Jahre alt. Also sagen wir´s mal so, sie ist jetzt eine große Maus…
Und da jetzt, zumindest für die Maus, ein neues Lebensjahr anfängt, habe ich mir zu ihrem Geburtstag gleich mal einen guten Vorsatz vorgenommen:
Ich werde niemals wieder backen! Das macht ab heute grundsätzlich der Mann… Natürlich auf meinen Wunsch und meine Anweisungen hin 😉 . Und dekorieren wird natürlich immer noch mein Job sein…

Es ist zum Mäusemelken. Ich kann einfach nicht backen… Selbst, wenn mein Leben davon abhängen würde, würde ich es nicht zustande bekommen.
Diese Tatsache hat mich gestern beinahe an den Rand der Verzweiflung gebracht, denn was eine gute Mutter sein möchte, hat eben auch etwas Schönes zum Geburtstag des Nachwuchses zu backen. Und da natürlich jeder besser als der andere sein möchte, werden heutzutage die schönsten Kunstwerke zum Kindergeburtstag aufgefahren.

Da ich damit natürlich locker mithalten kann wollte, habe ich mir wochenlang Gedanken gemacht und habe mich letztendlich für Waffelcupcakes entschieden. Die machen viel her, sehen toll aus und machen mir nicht so viel Arbeit.
Die letzten zwei Wochenenden habe ich das Rezept vorab immer wieder ausprobiert, um am Ende keine böse Überraschung zu erleben…

Dann war er da, der Tag vor der großen Geburtstagsfeier bei den Tagesmuttis. Ich war mir sicher, hab geübt und war voll von meinen Backkünsten überzeugt. Stundenlang hab ich in der Küche gerührt, gebacken und dekoriert, um am Ende festzustellen, dass die Waffelcupcakes nichts geworden sind und ziemlich zum Kotzen geschmeckt haben. Noch nicht mal der Mann und die Maus wollten die Kuchen essen. Und die beiden sind eigentlich nicht wählerisch, solange sich Zucker und Schokolade in einem Lebensmittel befinden.

Nachdem der Supermann dann abends noch zum Flughafen gefahren ist, um mir neue Backzutaten zu besorgen, habe ich es endlich eingesehen… ICH KANN NICHT BACKEN!!!
Vollkommen unverständlich sagt ihr? Jeder kann zumindest nach Rezept backen… Ja, ja, solche Sätze habe ich mittlerweile Millionen mal gehört. Meist zu Weihnachten, wenn ich wutentbrannt die verbrannten oder grausam schmeckenden Plätzchen in den Mülleimer werfe.

Aber nun hab ich´s endlich verstanden. Und da Selbsterkenntnis ja der beste Weg ist, um sich zu bessern es einfach sein zu lassen, bäckt hier ab jetzt der Mann.

Seit ihr Backtalente, oder verzweifelt ihr auch regelmäßig an der Geburtstagstorte? Habt ihr Tipps für mich, wie ich es vielleicht doch noch auf die Reihe bekomme?

Im Übrigen ist es am Ende ein Fantakuchen geworden. Der ist idiotensicher und mit Zuckerguss und Schokolinsen garniert, macht der auch was her…

Liebster Award – die sechste. #Bloggerhausen

Der liebster Award hat mal wieder zugeschlagen. Die liebe Nina von timbaru hat ihn an die gesamte Bloggerhausen-Runde verliehen. Falls ihr nochmal nachsehen wollt, wer alles dabei ist, kann das hier tun. Und da ich bisher bei jeder Award-Runde mitgemacht habe, werd ich auch diesmal mitmachen…

Nina hat uns folgende Fragen gestellt:

1. Was macht Dir beim Bloggen am meisten Spaß?
Bloggen ist für mich ein Ausgleich zum stressigen Mama- und Berufsalltag. Es ist außerdem ein Ventil, um auch mal Wut oder Ärger raus zulassen. Aber am meisten liebe ich den Kontakt zu Gleichgesinnten, der durchs Bloggen entstanden ist.

2. Gibt es etwas, was Du Dir für die Blogger-Szene wünschen würdest?
Da gibt es eigentlich nichts, was ich mir im Moment wünschen würde…

3. Bist Du ein „Einfach-drauf-los“-Blogger oder bloggst Du nach Plan?
Ich blogge einfach drauf los. Zeitweise habe ich versucht mir bestimmte Blog-Tage freizuhalten, was aber einzig und allein in Stress ausartete. Mir fiel zur richtigen Zeit einfach nicht das Richtige ein. Zu anderen Zeiten dagegen sprudelte die Kreativität über und ich habe auf dem Weg zur Arbeit ganze Artikel im Kopf verfasst. Mittlerweile habe ich ein kleines Notizheft, in das ich Dinge schreibe, die mich beschäftigen und wenn es meine Zeit dann zulässt schreibe ich darüber…

4. Ich fühle mich ja wie ein Twitter-Honk. Ich bin zwar bei Twitter, verstehe es aber nicht wirklich. Wie stehst Du zu den Social Media? Nutzt Du sie alle? Und vor allem verstehst Du sie alle?
Social Media hat bisher die meisten Leser hierher gespült, also bin ich absolut dafür. Die meisten Follower habe ich über Twitter, wo ich auch mal mehr mal weniger aktiv bin. Richtig verstehen tue ich es wohl auch nicht. Dafür habe ich aber über Twitter mittlerweile viele wundervolle Menschen kennengelernt. Meine Timeline ist die wohl beste Seelenklempnerei der Welt.
Bei Facebook bin ich zwar auch aber nicht wirklich aktiv. Dort werden lediglich meine neuen Blogbeiträge gepostet.

5. Wie und wann findest Du Zeit zum Bloggen?
Zeit finde ich eigentlich nur abends, wenn die Maus schläft. Vorzugsweise am Wochenende, da mir nach einem 8 Stunden Kita-Tag und anschließender Familienzeit einfach die Energie fehlt. Meist liege ich dann dösend auf dem Sofa.

6. Welchen Urlaubsort legst Du mir ans Herz?
Ich liebe Barcelona. Da gibt es Sightseeing, einen Strand, Shopping-Gelegenheiten und die tollsten Straßenmusiker. Für jeden etwas dabei. Ich bin damals im Februar geflogen und wir hatten in Barcelona 25°C und jeden Tag Sonne… Das war echt traumhaft.

7. Wenn ich bei Dir zum Essen eingeladen wäre, auf was könnte ich mich freuen?
Ich koche unglaublich gerne und aufwändig, wenn ich Besuch bekomme. Meist überlege ich bis zum Schluss, was ich mache und durchforste alle möglichen Kochbücher…
Für meine Familie koche ich auch gern aber weniger aufwändig. Da mache ich gern Lasagne oder Zucchini-Nudeln.

8. Ich mache mir gerade viele Gedanken über Deutschland. Was ist für Dich typisch deutsch?
Typisch deutsch ist für mich niemals zufrieden zu sein, sondern immer noch etwas mehr oder etwas Besseres haben zu wollen…

9. Was magst Du an Deutschland und was evtl. nicht?
Deutschland ist meine Heimat und ich könnte mir nicht vorstellen irgendwo anders zu leben… Was mich an Deutschland nervt ist die Kinderunfreundlichkeit. Kinder bzw. deren Verhaltensweisen sind hier scheinbar überall unerwünscht.
Auch das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist hier ein heikles Thema, bei dem es noch Aufholbedarf gibt.

10. Durch einen Unfall bekommst Du plötzlich Superkräfte. Welche sind das? Und wie lautet dann Dein Superheldenname?
Meine Superkräfte wäre Super-geduldig sein und die Zeit anhalten wäre gut. Das würde meinem Leben eine Menge Stress nehmen. Auch die Trotz-Phase der Maus würde ich so ohne größeren Schaden überstehen. Und es gäbe auch keinen Grund mehr mit irgendjemandem zu streiten… Warum auch? Bin ja dann super-entspannt.

11. Dein Leben wird verfilmt. Wie wird der Film heißen?
Der Film wäre eine Komödie und würde „Am Rande des Wahnsinns“ heißen. Denn das ist das, was mich ausmacht… Ohne Stress, den ich mir häufig selbst mache, würde es mir nicht gut gehen.
So, jetzt bin ich gespannt auf die anderen Bloggerhausen-Antworten…