Alte Gewohnheiten endlich ablegen…

Es ist schon recht seltsam. Vor kurzem erst dachte ich, dass ich meine Unsicherheiten in Bezug auf das Mutter-Sein endlich abgelegt habe.
Früher, als die kleine Maus noch ein Baby war, war ich ja grundsätzlich in jeder meiner Entscheidung unsicher. Ich wusste nie, was richtig ist. Weder für mich, noch für mein Baby. Bauchgefühl kannte ich nicht, was aber wohl viel mehr daran lag, dass ich meine Tochter nicht verstanden habe. Daher habe ich mich von jedem, der sich in den Umgang mit mir und der Maus eingemischt hat, mehr oder weniger leiten lassen. Nicht immer bewusst und auch nie so, dass ich es offen zugeben würde, aber immerhin jedes Mal ein bisschen.
So habe ich natürlich weder Instinkt, noch mütterliche Intuitionen, noch ein gesundes Bauchgefühl in Umgang mit meiner Tochter entwickeln können.
Ich wurde also immer unsicherer und die Maus sicher auch, denn ich habe selten gleich reagiert, da sie sich ja nicht beruhigen ließ.

Nachdem die Phase endlich vorbei war, in der die Maus ganze sieben Stunden pro Abend bzw. Nacht am Stück schreiend verbracht hat und ich schon am Rande des Nervenzusammenbruchs war, habe ich erst gemerkt, dass ich allein die Expertin für meine eigene Tochter war. Ab da an wurde es besser. Ich wurde sicherer und auch die Maus war ausgeglichener. Klar, war sie immer noch sehr fordernd und kaum zum Schlafen zu bewegen, aber es wurde langsam immer besser.

Nach und nach habe ich gelernt auf die Signale der Maus achten und im Gegenzug die, oft viel zu gut gemeinten Ratschläge zu ignorieren.
Die besten Ratschläge waren ja grundsätzlich die der kinderlosen Freunde. Kennt ihr sicher…
„Verwöhn sie doch nicht so!“, „Sie muss auch lernen, dass sie nicht immer alles gleich bekommt!“, „Du musst sie auch mal schreien lassen, sonst schläft sie nie durch!“ oder mein Lieblingssatz „Wenn ihr sie jetzt nicht langsam mal an ihr eigenes Bett gewöhnt, wird sie mit 18 noch bei euch schlafen!“
Aufgrund dieser tollen Tipps, habe ich mich von vielen Freunden distanziert, denn ich wollte keine Ratschläge. Vielmehr wollte ich einfach nur verstanden und in den Arm genommen werden.

Ich versuchte mich also allein am Thema „Mama-Sein“. Mein Mann war mir nur insofern eine Hilfe, dass er mich verstand und wusste was in mir vorgeht. Aber ihm ging es ja genauso. Er war ratlos, überfordert und musste nebenbei auch noch arbeiten gehen.

Mit der Zeit verstand ich meine Tochter aber immer besser. Ich lernte sie und ihre Launen kennen und konnte mit der Zeit immer besser darauf reagieren. Endlich hatte ich wieder etwas Selbstbewusstsein und war wieder glücklich Mama zu sein.

Natürlich gab es immer wieder kleinere und größere Rückschritte. Zum Beispiel als die Autonomiephase losging oder die Maus sich plötzlich dazu entschied kein Mama-Kind, sondern ein Papa-Kind zu sein, aber im Großen und Ganzen wurde es langsam.
Zumindest bis vorgestern Abend. Als ich im Supermarkt an der Kasse stand und die Kassiererin der Maus ganz verdutzt die Frage stellte, warum sie so spät denn noch nicht im Bett ist? Meine Antwort war erst einmal ganz ohne Hintergedanken „Naja, ist ja erst 18 Uhr und ich bin eben voll berufstätig.“
Daraufhin fragte mich die Kassiererin wie alt die Kleine denn ist und ob sie schon im eigenen Bett schläft…

Ganz plötzlich fühlte ich mich in alte Zeiten zurückversetzt. Ich hatte das Gefühl mich rechtfertigen und erklären zu müssen. Ich hatte das Gefühl mal wieder einen Fehler gemacht zu haben.

Mittlerweile habe ich meine Unsicherheit natürlich wieder in den Griff bekommen. Ich weiß, dass ich bei meiner Tochter nichts falsch mache. Sie liebt mich mit all meinen Macken und Fehlern…
Jeder muss es auf seine Art machen, denn nur weil etwas Bestimmtes bei der Maus richtig war, heißt das nicht, dass das die Universalantwort bei anderen Kindern ist.

Also versucht an euch und eure Fähigkeiten als Eltern zu glauben und lasst euch auf keinen Fall verrückt machen.

Wie ist es bei euch? Habt ihr auch Momente in denen ihr an euch selbst zweifelt? Wie geht ihr damit um?

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2 Gedanken zu “Alte Gewohnheiten endlich ablegen…

  1. Emmi Kleine Koch-Welt schreibt:

    Ohhh wie ich diese Momente kenne!!! Ich dachte immer, das hört irgendwann mal auf, aber nöööö……Das Kind ist jetzt mittlerweile 10 Jahre alt und es geht weiter mit den Selbstzweifeln, ob man alles gut macht, hat man die Entscheidung richtig getroffen usw….Also, ich bin schon sehr stark gespannt, wie es sein wird, wenn die Pubertät eintritt…..! Wie ich damit umgehe?!……Na, immer wieder sich selbst Mut zusprechen, Alles ist so gut, wie es ist! 😉
    Lieben Gruß von Emmi, die Dich neu entdeckt hat und Dich gerne liest! 😉

    Gefällt 1 Person

    • phidalina schreibt:

      Hallo Emmi,
      erstmal herzlich willkommen 😉
      Wahrscheinlich sind wir uns auch noch unsicher, wenn die Kinder schon lange aus dem Haus sind und uns zu Omas gemacht haben… Ich glaube das gehört zum Mama-sein einfach dazu…

      Liebe Grüße
      Daniela

      Gefällt 1 Person

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