Eine Prise Wirklichkeit….

Auch nach zwei Jahren Mama sein, fällt mir immer noch auf, dass ich mir ein Urteil über andere Mütter, die mir jeden Tag begegnen, bilde. Wie ihr euch vorstellen könnt, fällt das Urteil in meinen Gedanken nicht immer positiv auf und ich muss mir sozusagen „auf die Zunge beißen“. Immer wieder vergesse ich, dass ich nicht das Recht habe über andere zu urteilen, denn erstens kenne ich die Umstände der anderen nicht und zweitens bin ich von der Perfektion so weit entfernt, wie Mario Barth vom Bundeskanzleramt.

Wahrscheinlich denken viele andere Mütter genauso schlecht über mich, wenn die Maus unterwegs mal wieder einen Wutanfall bekommt und ich das tobende Kind unter dem Arm weitertrage oder wenn ich das Kind unterwegs mit Fruchtbeuteln zustopfe, um die fünf Minuten Busfahrt zu überstehen, ohne dass die Maus mich und alle anderen Fahrgäste wahnsinnig macht.

In meiner früheren Vorstellung vom Mama-Dasein, hätte ich das niemals gemacht. Da war ich perfekt. So perfekt, dass ich alles neben dem Kind gebacken bekomme und gleichzeitig noch die beste, geduldigste und verständnisvollste Mutter überhaupt bin…
Das war also der Traum… Jetzt nach 2 Jahren, wenn ich so zurückblicke, muss ich feststellen, dass ich fast jede Überzeugung, die ich hatte und fast jede Regel, die ich mir selbst aufgestellt habe, über den Haufen geworfen habe.

Ich wollte meinem Baby immer alle Bedürfnisse erfüllen, stattdessen gab es Momente, in denen ich nur noch in einen anderen Raum gehen konnte, um vom ständigen Geschrei wegzukommen.
Ich wollte die Maus voll stillen. Mindestens sechs Monate lang. Stattdessen habe ich ihr nach drei Monaten schon das Fläschchen gegeben, da ich in der schrecklichen Schreizeit keine zu intensive Nähe zu meinem Baby mehr ertragen konnte.
Ich wollte die kleine Maus nur in ihrem eigenen Bett schlafen lassen, stattdessen waren die einzig einigermaßen erholsamen Nächte die, in denen die Maus mit in unserem Bett geschlafen hat. So sind wir unverhofft zu Familienbett-Eltern geworden.
Ich wollte der Maus, vor allem in ihrem Alter kein Fernsehen erlauben. Es gab aber einfach Zeiten, in denen ich einfach nur etwas Ruhe brauchte, um nicht auszurasten. Da war ich froh, dass sie sich durch den Fernseher zumindest zehn Minuten lang beschäftigen konnte…

Ihr seht, dass ich mittlerweile viele Vorsätze gebrochen habe. Das ging aber erst, nachdem ich den Druck losgeworden bin, alles perfekt zu machen. Mir wurde klar, dass ich nur eine gute Mutter sein kann, wenn ich mich nicht von allen anderen beeinflussen lasse, denn der Druck der dadurch auf mir lastete, machte alles, das war, noch schwieriger. Dadurch konnte ich nur scheitern… Ich musste lernen, mir über mein Umfeld keine Gedanken mehr zu machen.
Erst dadurch habe ich gelernt, mich nur auf mich und meine Tochter zu konzentrieren. Und trotz der Fehler, die ich sicherlich noch häufig mache, bin ich die perfekte Mama für sie…

Hattet ihr auch gute Vorsätze, die ihr über den Haufen geworfen habt, oder ist alles so gelaufen, wie ihr euch das vorgestellt habt?

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