Wolkenstürme…

„Ein Baby verändert das ganze Leben!“ Hat meine Mama mir gesagt, einige Zeit, nachdem sie damals erfahren hat, dass ich schwanger war. Ich habe gelacht und mit „Ja, Ja… Ich weiß!“ geantwortet.
Heute weiß ich erst, wie groß die Veränderung wirklich ist.

Die Veränderung ist so groß, dass sie mich manchmal fertig macht.
Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Tochter und meinen Mann abgöttisch, trotzdem wächst mir das alles manchmal einfach über den Kopf. Dann wünsche ich mich zurück. Zurück in die Zeit, in der ich noch nicht Mutter, Ehefrau und Heilerzieherin war. Die Zeit, in der ich mich nur um mich selbst kümmern musste…

Manchmal habe ich auch keine Lust mehr zu warten. Warten auf den nächsten Entwicklungsschritt der Maus. Endlich alleine spielen, ohne dass ich die ganze Zeit daneben sitzen muss. Endlich zum Einkaufen gehen, ohne das brüllende Kind unter dem Arm aus dem Supermarkt tragen zu müssen. Endlich nicht mehr Ewigkeiten mit der Maus im Bett liegen bis sie endlich eingeschlafen ist… Die Liste könnte ich jetzt noch ewig fortführen.

Dann noch die Erwartungen, die man als Ehefrau erfüllen soll. Verständnisvoll sein, ein guter Freund sein, immer fürsorglich sein und im besten Fall noch immer gut aussehen.

Die Anforderungen, die ich obendrein noch als Heilerziehungspflegerin in der Kita zu erfüllen habe, sind gerade jetzt in der Kita-Streik-Zeit, enorm hoch, denn ich bin im Moment nicht nur Aufsichtsperson und Vertraute der Kinder, sondern auch Partner und leider auch oft Sündenbock der Eltern.
Also Kollegin, soll ich natürlich auch immer loyal und teamfähig sein…

Das alles ist ja schon eine Menge. Fehlen nur noch die ganzen Anforderungen, die ich an mich selbst habe. Ich möchte eine gute, immer geduldige und verständnisvolle Mutter sein, die immer für die Maus da ist.
Als Ehefrau möchte ich ebenfalls geduldig und verständnisvoll sein. Nebenbei möchte ich nicht nur die Partnerin für meinen Mann sein, sondern auch noch die beste Freundin. Im besten Fall möchte ich natürlich auch immer gutaussehend und begehrenswert für meinen Mann sein, denn das Liebesleben soll ja schließlich auch nicht einschlafen.

Eigentlich liebe ich meine Familie und mein Leben mit allen Ecken und Kanten und komme mit den ganzen Anforderungen gut klar und erfülle sie gerne.
Aber es gibt eben die Tage, an denen einfach nichts gelingen möchte und nichts so ist, wie es sein soll. Tage, an denen die Maus und der Supermann scheinbar einfach nicht zufrieden zu stellen sind.
Dann überfordert mich mein Leben einfach und ich wünsche mir einfach mal in einer anderen Haut zu stecken oder einfach mal Urlaub vom Familienleben machen zu können.

Zum Glück werden die Tage, an denen ich ausbrechen möchte seltener. Trotzdem kosten sie mehr Kraft, als die anderen Tage. Aber sie machen mich auch stärker. Stärker, um den nächsten Sturm zu überstehen…

Kennt ihr solche Tage auch? Wie kommt ihr damit zurecht? Freue mich über Kommentare….

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