Die Tragödie der Patchwork-Familie oder wie viel Oma darf die Stief-Schwieger-Mutter sein

Mama werden ist schwer… sehr schwer. Man muss sich mit der Realität auseinandersetzen, die so vollkommen anders ist, als der Wunschgedanke in der Schwangerschaft. Ihr wisst schon, der Wunschtraum mit dem tollen Baby, das nur schläft, isst, pupst und kackt.
Und als ob das nicht schon genug ist, muss man sich noch mit nervenden Mitmenschen ärgern, die ganz plötzlich das dringende Bedürfnis verspüren ihre eigene Erfahrung weiterzugeben und sich überall einzumischen.

Ganz im speziellen sind dies meist die Großmütter der kleinen Babys. Dass man heutzutage einen ganz anderen Umgang mit Babys hat und die alten „Regeln“ nicht mehr zeitgemäß sind, ignorieren die übereifrigen Großeltern gerne, denn ihre eigenen Kinder -wir- sind auch irgendwie großgeworden. Und die meisten von uns sogar ohne ersichtlichen Schaden.

Es scheint, als ob Großmütter beim Anblick eines Säuglings jeglichen Anstand verlieren. Sie vergessen, dass ihre Söhne und Töchter mittlerweile selbst erwachsen sind und auch eigene Entscheidungen treffen.
Doch anstatt die Entscheidungen ihrer Kinder zu unterstützen mischen sich die frischgebackenen Omas ein und wissen besser als jeder andere, was das Enkelchen braucht.

In unserem Fall war das Einmischen wegen unserem kleinen Schreihals besonders schlimm. Doch in guten Momenten konnten wir unseren Müttern verzeihen. Sie waren ja schließlich unsere Mütter.
Unsere Absprache war, dass sich der Superheld um seine Mama kümmert und ich mich um meine, falls eine von ihnen mal aus der Reihe tanzt. Das hat gut geklappt… Nach einem Jahr hat sich jeder in seine neue Rolle eingefunden und mittlerweile ist alles wieder harmonisch.

So weit so schön… Doch „leider“ leben wir in einer Zeit, in der Patchwork-Familien an der Tagesordnung sind. Und auch wir sind vom Patchwork-Phänomen betroffen. Deswegen hat die Maus auch jeweils einen Opa und eine Oma mehr als „normal“.
Für uns bedeutet die eine Oma mehr hauptsächlich mehr Stress, denn die Stief-Oma mischt sich genauso in die Mauseangelegenheiten, wie die echten Omas.
Obwohl sie nicht die biologische Oma ist, scheint ihr Gehirn beim Anblick der Maus auszusetzen. Alle unsere Entscheidungen werden hinterfragt oder niedergemacht. An ihrem reichen Erfahrungsschatz lässt sie uns leider auch häufig teilhaben. Absprachen werden nicht eingehalten und Dinge, von denen ich davor prophezeit habe, dass sie nicht klappen, wie zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel, müssen von ihr nochmal ausprobiert werden.

Ich habe das Gefühl, dass sie ständig die Grenze überschreitet. Am liebsten würde ich sie anschreien. Ihr ins Gesicht schreien, dass sie endlich still sein soll und nicht die Oma von der Maus ist.
Das zu verzeihen ist schwer, da sie nicht meine eigene Mutter ist.

Meine Stief-Schwiegermutter hatte ein sehr schlechtes Verhältnis zu ihrer Tochter. Daher habe ich außerdem ein großes Problem damit ihr die Maus anzuvertrauen.
Das Gefühl, dass sich eine fremde Person in die Erziehung meiner Tochter drängt ist nach 1,5 Jahren immer noch befremdlich.

Mit ihr zu reden habe ich mir schon oft vorgenommen, finde aber irgendwie nicht die richtigen Worte…
Wahrscheinlich kann ich nur geduldig abwarten, bis mir irgendwann die richtigen Worte kommen oder sich das Problem von alleine löst…

Ihr seht, ich bin über das altbekannte Schwiegermutter-Klischee Problem längst hinaus. Bleibt zu hoffen, dass wir auch hier bald alle in unsere Rollen finden, um wieder mehr Harmonie ins Familienleben zu bringen.
Wie ist es bei euch? Wie viel Oma darf eure (Stief-) Schwiegermutter sein? Freue mich über Kommentare…

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4 Gedanken zu “Die Tragödie der Patchwork-Familie oder wie viel Oma darf die Stief-Schwieger-Mutter sein

  1. Bine schreibt:

    Ich trau mich mal hier das zu sagen, was ich bislang auf meinem Blog vermieden habe: Ich habe auch so eine Schwiemu, die sich nie an irgendeine Absprache hält. Weil ich nicht auf eigene Eltern zurückgreifen kann, muss ich sie manchmal in Anspruch nehmen. Sie liebt den Mini über Alles, kann aber nicht damit umgehen, dass wir die Regeln aufsetzten. Ich muss sie wohl so nehmen, wie sie ist und hin und wieder knallt es zwischen uns. Aber es mein Kind und für den „Frieden“ immer wegsehen, mag ich auch nicht. Sie kommt mir ja auch nicht entgegen. Hach, ist das blöd. LG. Schöner Blog☺

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    • phidalina schreibt:

      Hallo Bine,
      was sagt denn dein Partner dazu? Vielleicht wäre es auch einfacher, wenn er mit ihr spricht.
      Aber zum Glück haben es die Kleinen schnell raus, dass es bei Oma andere Regeln gibt als zu Hause, so dass sie eigentlich nicht „durcheinander“ kommen.
      Vielen lieben Dank und liebe Grüße
      Daniela

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  2. Bine schreibt:

    Hallo noch einmal,

    mein Mann steht hinter mir. Zum Glück. Aber sie ignoriert trotzdem Vieles. Wir wollen ihr den Kleinen nicht ja nicht vorenthalten. Daher versuchen wir immer Nischen zu finden, wo es mal nicht so schlimm ist, dass sie ihr Ding durchzieht. Es geht auch nur um Grundsatzfragen der Erziehung. Ich habe gelernt, nicht an mir zu zweifeln, auch wenn mal ein Seitenhieb von ihr kommt. Inzwischen kann ich gut kontern. Mini liebt mich und ich den Mini. Das zählt 🙂 Ich schau jetzt öfter bei dir vorbei. LG, Bine

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