Elternkonkurrenzkampf ist doch zum Kotzen

Das Thema Kinderbetreuung bzw. Fremdbetreuung ist immer mal wieder Thema in verschiedenen Elternforen. Im speziellen geht es um Kleinkinder unter drei Jahren und (Vollzeit-) arbeitende Mütter.

Mütter, die schon nach einem halben Jahr oder einem Jahr wieder arbeiten gehen, müssen sich so häufig als Rabenmütter, oder noch besser, als karrieregeil bezeichnen lassen.
Da könnte ich kotzen.
Was macht eine Mutter zur Rabenmutter, wenn sie ihr Kleinkind vor dem dritten Jahr in die Betreuung gibt? Es hat nun mal nicht jeder einen Partner, der so gut verdient, dass man es sich leisten kann drei Jahre zu Hause zu bleiben. Das hat wohl in den wenigsten Fällen etwas mit Karrieregeilheit zu tun. Ich denke, die meisten Elternteile, die das betrifft sind selbst nicht immer glücklich mit dieser Situation.
Es hat auch nicht jeder von uns Eltern und Schwiegereltern, die gleich um die Ecke wohnen, gesund sind, schon in Rente sind und das Kind betreuen können.
Auch Alleinerziehende können sich wohl kaum aussuchen, ob sie arbeiten gehen wollen oder nicht.

Ich lese ständig, dass besagte Mütter ihre Kinder „abschieben“. Und das Kinder die Liebe und Wärme der Eltern bzw. der Familie benötigen, um sich gut zu entwickeln.
Nur leider vergessen diese Leute auch, dass ich mein Kind mit Luft und Liebe alleine auch nicht groß bekomme.

Wir mussten die Maus auch mit einem Jahr zur Tagesmutter geben, da der Superheld und ich beide im sozialen Bereich arbeiten. Leider ist der soziale Bereich nicht dafür bekannt, seine Mitarbeiter richtig gut zu bezahlen.
Und, weil wir nun mal in Hamburg wohnen und nicht in Buxtehude, kostet das Leben eben dementsprechend viel Geld, was für uns heißt, dass wir beide Vollzeit arbeiten müssen.
Glücklich sind wir mit dieser Situation natürlich auch nicht immer.
Außerdem war es für mich nötig nach dem furchtbaren ersten Jahr (Schreibaby, extrem forderndes und anhängliches Baby)etwas zu verändern. Und für mich war zu dieser Zeit die beste Veränderung, dass ich etwas Abstand bekomme, um nicht auszuflippen. Dies ging natürlich mit einer Tagesmutti am besten.

Und auch Eltern, deren Kinder fremdbetreut werden müssen, sind gute Eltern, die sich nachmittags und abends so gut, wie möglich um ihren Nachwuchs kümmern.

Meine Mutter war auch alleinerziehend und meine Schwester und ich waren acht Stunden pro Tag im Kindergarten. Bisher kann ich dazu nur sagen, dass ich daran keine schlechten Erinnerungen habe. Und wir sind auch nicht unbedingt gestörter als alle anderen. Zumindest nicht so gestört, dass man es sieht 😉

Also hört doch bitte auch mit diesem Mütter-/Elternkonkurrenzkampf. Akzeptiert, dass es jeder auf seine Weise macht und dafür auch seine Gründe hat. So lange den Kindern nicht wehgetan wird, sie nicht vernachlässigt werden oder andere schlimme Dinge geschehen, ist doch alles gut…

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