Meinungsaustausch

Wie ich euch hier ja schon mal erzählt habe, mache ich im Moment Zeitarbeit.
(Nein, ich habe nicht gekündigt, dafür aber ein sehr langes und lautstarkes Gespräch mit dem Chef und der Disponentin. Jetzt habe ich zwar immer noch keine Kita Dienste aber auch keine 4 Stunden Dienste mehr.)
Ich komme also gut herum und lerne so ziemlich viele Menschen kennen.

Die Einrichtungen, in denen ich hauptsächlich eingesetzt werde, sind Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung. Mit den Mitarbeitern ist man hier meistens sofort beim „Du“. Also recht locker der Umgang. Da bleibt es natürlich auch nicht aus, mal das ein oder andere Private zu erzählen, wenn man danach gefragt wird. Obwohl ich grundsätzlich eher kaum von meinem Privatleben erzähle, wenn ich in neuen Einsatzstellen bin.

Letzte Woche war ich bei einer neuen Einsatzstelle. Die feste Kollegin, die Dienst hatte, war auch gleich sehr nett und wir haben uns eigentlich ganz gut unterhalten.

Im Laufe des Abends haben wir uns ein bisschen privater unterhalten. Irgendwann fingen wir an über unsere Kinder zu sprechen.
Sie erzählte, dass sie sehr lange zu Hause war, sie Impfungen ablehnt inklusive aller existierenden Verschwörungstheorien bezüglich dieses Themas, sie absolut keinen raffinierten Zucker verwendet und niemals Gläschenkost gefüttert hat, da man ja nie weiß, was drinnen ist…
Irgendwie fühlte ich mich plötzlich ziemlich in die Ecke gedrängt. Ich fing an mich dafür zu rechtfertigen, warum ich schon nach einem Jahr wieder arbeiten gehen muss oder ich mich dazu entschieden habe nicht mehr selbst zu kochen.
Was das Thema Impfung angeht, musste ich mich heftigst rechtfertigen, warum ich die Maus habe impfen lassen. Mir wurden sämtliche Verschwörungstheorien dargelegt. Von Autismus über die Kinderärzte, die nur als Verkäufer für die Pharmaindustrie tätig sind.

Es hat mich ziemlich schockiert, mich vor jemandem, den ich noch nie vorher gesehen habe rechtfertigen zu müssen, was ich persönlich in meinem Privatleben entscheide.
Dass ich da gerade mit jemandem diskutiere, den meine Entscheidungen nichts angehen, habe ich in diesem Moment gar nicht realisiert. Erst auf dem Weg nach Hause konnte ich meine Gedanken sortieren.

Ab jetzt werde ich mich hoffentlich nicht mehr von Nettigkeiten „blenden“ lassen und mein Privatleben wieder privat halten, denn wie sagt man so schön? Nett ist die kleine Schwester von Scheiße!

Ach und wenn es interessiert:
Ich bin definitiv Impfbefürworter, da ich in meinem Berufsleben schon massig Klienten betreuen musste, die aufgrund von Komplikationen „harmloser“ Kinderkrankheiten ihr Leben lang schwerstbehindert sind. Jemanden der Opfer eines Impfschadens wurde, habe ich dagegen noch nicht kennengelernt.
Auch finde ich es falsch, wenn Kinder, die (noch) nicht geimpft werden können, beispielsweise wegen einer Krebserkrankung oder weil sie noch zu jung sind, zu gefährden.

Das ist meine Meinung. Ich denke aber, dass das jeder für sich selbst entscheiden und auch mit dieser Entscheidung leben muss.

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