Alles neu…

Nach 4 Tagen Arbeit ist es endlich geschafft… Der Blog ist umgezogen. Ihr findet jetzt alle neuen Artikel und Beiträge auf so-schoen-unperfekt.de

Ich hoffe es funktioniert jetzt alles so, wie es soll…

Diesen Blog werde ich zwar noch eine Weile stehen lassen, ich werde aber hier nichts Neues mehr posten.

Der Facebook und der Twitter Account bleiben bestehen. Die Blog-Follower konnte ich leider nicht „mitnehmen“. Ihr müsst mir also nochmal neu folgen, vorrausgesetzt ihr wollt 😉

 

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2015 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2015 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2015 etwa 10.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 4 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Eine Zugfahrt die ist lustig… oder: auch Eltern können Kackbratzen sein

Über Weihnachten waren wir, wie in jedem Jahr zum kleinen Erholungsurlaub bei meiner Mutter in München. Leider ist die kleine Maus nicht ganz so eine begeisterte Autofahrerin, wie mein Mann, also haben wir uns dazu entschlossen, diesmal mit der Bahn zu fahren. Und da mich nichts mehr stresst, als der Gedanke, dass die Maus andere Menschen nerven könnte, haben wir unsere Sitzplätze im Kleinkindabteil reserviert.

Während der Hinfahrt, waren wir die ganze Fahrt über allein im Abteil. Das war echt erholsam, denn die Maus konnte laut sein und sich im Abteil frei bewegen, so dass die knapp sechs Stunden Fahrtzeit recht gut rumgegangen sind.
Uns war leider jetzt schon bewusst, dass die Rückfahrt wahrscheinlich nicht so ruhig werden wird, da an einem Sonntag nach den Weihnachtstagen deutlich mehr Menschen unterwegs sein werden, als am 24.12.
So war es dann leider auch…

Die erste Hälfte der Fahrt war, wie während der Anfahrt schön ruhig und wir hatten das Abteil ab Nürnberg für uns alleine. Schön wäre es gewesen, wenn wir mit diesem Zug hätten weiterfahren können. Stattdessen mussten wir in Kassel in den Zug nach Hamburg umsteigen.

Wir sind in den Zug gestiegen und zu unseren Plätzen ins Kleinkindabteil gegangen, das natürlich komplett voll war. Auf meine Bitte, doch unsere reservierten Plätze freizumachen haben die Eltern, der beiden Jungs, die auch in dem Abteil saßen gerade noch reagiert, so dass wir uns zu dritt auf zumindest zwei der drei gebuchten und bezahlten Plätze bequemen konnten. Wo wir die Koffer hinstellen, war ihnen wohl egal, denn in den Gepäckablagefächern wurde kein Platz gemacht. Stattdessen durfte sich der kleinere der beiden Jungs dort oben austoben.
Bis auf unseren großen Koffer stand unser Gepäck also zumindest teilweise unter unseren Sitzen.

Um nicht die ganze Fahrt über in eine Diskussion zu kommen, habe ich beschlossen nichts zu sagen und die nächsten drei Stunden einfach auszuhalten, als ich im nächsten Augenblick einen der beiden Jungs dabei erwischt habe, wie er unsere Tasche, die unter dem Tisch stand, ausräumte.
Mein schockierter Blick ging zur Mutter, die wie zu erwarten, nicht reagierte. Erst als ich dem Jungen sagte, dass jetzt Schluss ist, meinte sie „Hast du nicht gehört? Die Frau da hat gesagt, dass jetzt Schluss ist.“ Das wars. Keine Entschuldigung und keinen weiteren Satz an das Kind.

Wieder habe ich nichts gesagt, sondern einfach versucht weiter durchzuhalten… Zumindest bis die Mutter dem größeren Jungen verboten hat auf den Sitzen und der Gepäckablage, weil „die anderen Eltern hier das nicht wollen!“
Ein trockenes „Und ich will es nicht, weil das ein rücksichtsloses und unmögliches Verhalten ist.“ konnte ich mir nicht mehr verkneifen…

Ich war also so auf 180, dass wir schon 20 Minuten, bevor der Zug in Hamburg ankommen sollte, aufgestanden und zur Tür gegangen sind.
Natürlich konnten wir beim Rausgehen aus dem Abteil keinerlei Rücksicht erwarten, denn sonst hätte man ja seine Füße und sein Gepäck bewegen müssen.
So sind wir also in zwei Etappen aus dem Abteil. Zuerst mit der Maus und dem kleinen Gepäck und dann hat der Superheld noch den großen Koffer geholt. Dabei hat es die Mutter dieser Familie tatsächlich noch gewagt ihm zu sagen, dass die -im Übrigen sehr sehr kleine- Mülltüte doch auch noch zu uns gehört. In diesem Moment war mein Supermann der Beste, denn er antwortete ganz trocken: „Dürft ihr behalten, da ist ´ne ganze Portion Rücksicht und gutes Benehmen für euch drin!“

Anfangs dachte ich mir noch die ganze Zeit, dass diese beiden Jungs die größten, verzogensten Kackbratzen sind, die ich je gesehen habe. Aber letztendlich sind Kinder so, wie sie sind. Und diese sind eben so, weil sich scheinbar niemand mit ihnen beschäftigt, oder sich dafür interessiert, was sie tun.
Man kann nicht von Kindern im Kita-Alter erwarten, dass sie sich benehmen und selbst beschäftigen, während Mama und Papa seelenruhig danebensitzen, ihre Zeitung lesen, auf nichts reagieren und scheinbar selbst nicht wissen, wie man sich in der Öffentlichkeit zu benehmen hat. Vor allem nicht auf so einer langen Zugfahrt.

Da aber die ganze Fahrt über noch nicht einmal ein „Danke“ für den zusätzlichen Sitz, der eigentlich uns zustand oder ein „Entschuldigung“ für das Durchwühlen unserer Tasche kam, weiß ich jetzt schon, dass es die beiden Jungs mal schwer haben werden… Bei dem Vorbild.

Aber eine positive Sache hat mir die Fahrt gebracht. Ich habe das erste Mal seit zwei Jahren das Gefühl, dass ich eine tolle Mutter bin…

Unnützes Wissen – Teil 7

So kurz vor Ende des Jahres ist doch tatsächlich nochmal der „Liebster Award“ bei mir angekommen. Bekommen habe ich ihn von der lieben Marie vom Blog Kamponele. Danke dafür, liebe Nele!

liebster

Wie immer, vorab einmal die Regeln:
1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1000 Follower haben.
4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Neles Fragen an mich:

1. 3 Schlagwörter über dich und deinen Blog?
Ehrlich, chaotisch und direkt…

2. Wie oft bloggst du?
Ich versuche zumindest einmal in der Woche zu bloggen. Meist gelingt mir das auch. Da ich aber einen Vollzeit-Job und eine Familie habe, muss ich auch mal aussetzen. Zum Glück ist das Bloggen entspannend für mich, so dass ich es gut mit dem Rest vereinbaren kann.

3. Wie viel Zeit investierst du ins Lesen von anderen Blogs?
Früher habe ich sehr viel Zeit ins Lesen von anderen Blogs investiert. Mittlerweile ist es weniger, da ich viel lieber Zeit mit meiner Familie verbringe.

4. Lässt du dich in deinen Artikeln schon mal von Artikeln anderen BloggerInnen inspirieren?
Natürlich, wenn es ein aktuelles Thema ist, das mich interessiert und zu dem ich meine eigene Meinung loswerden möchte.
Manchmal liest man aber auch einfach einen Blogpost von anderen und denkt sich „Oh man, so ähnlich läuft es hier doch auch!“ Ich denke jeder lässt sich hin und wieder mal inspirieren und ich denke, solange man nicht abschreibt oder keine eigenen Schreibthemen mehr hat, ist das auch vollkommen in Ordnung

5. Wann schreibst du in der Regel deine Artikel und wann gehen sie meist online?
Meine Artikel stelle ich eigentlich immer gleich nach dem Schreiben online. Nochmal lesen und erst später veröffentlichen ist nicht meins. Vielleicht liegt es ja an meiner verbalen Inkontinenz, dass ich immer alles gleich loswerden muss 😉

6. Was bzw. wen möchtest du mit deinem Blog erreichen?
Nichts Bestimmtes. Klar möchte man gelesen werden, aber letztendlich ist es meine persönliche Sache, die mir manchmal hilft Dampf abzulassen oder mich zu entspannen…

7. Vorsätze für 2016?
Oh, das mit den Vorsätzen habe ich schon vor vielen Jahren aufgegeben… Dafür habe ich aber den einen oder anderen Wunsch…

8. Was halten deine Familie & Freunde von deinem Blog?
Bisher weiß keiner vom Blog. Noch nicht mal mein Mann weiß es. Wer weiß, vielleicht werde ich mich ja irgendwann einmal outen.

9. Kaffee oder Tee?
Kaffee!!! Ich bin ein absoluter Kaffeejunkie…

10. Pump oder Sneakers?
Sneakers! Ich habe massenhaft schöne und hohe Schuhe und kaufe mir immer wieder welche, ziehe sie aber so gut, wie nie an, da mir die Füße darin immer so höllisch wehtun.

11. Risiko oder Abgesichert?
Abgesichert… Risiko ist nichts für mich, denn ich male mir sonst immer die schlimmsten Szenarien aus, was alles passieren könnte. Ich werde dann immer ein wenig paranoid.
Mein Motto: Spontanität will gut überlegt sein…

 

Die Sache mit den weiteren Nominierungen lasse ich jetzt mal ganz dezent unter den Tisch fallen. Wer aber trotzdem Lust hat auf Neles Fragen zu antworten, darf das natürlich gerne tun und hier verlinken…

Erziehung… oder der Blick in den Spiegel

Während meiner Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin habe ich allerhand Erziehungs- und Lernthoerien an die Hand bekommen. Von der klassischen Konditionierung bis hin zum Modelllernen war alles dabei.
Zu dieser Zeit war für mich die logischste Theorie, die am besten „funktionieren“ könnte, das operante Konditionieren.
Vereinfacht erklärt, geht es hier darum positive Verhaltensweise zu verstärken, etwa durch eine Belohnung.
Das Kind lernt durch diese Belohnungen oder durch Lob, welche Verhaltensweisen erwünscht sind. Unerwünschte Verhaltensweisen werden durch den Entzug positiver Reize „gelöscht“. (Wer das nochmal genauer nachlesen möchte, kann das hier tun)

Macht Sinn oder? Passiert und funktioniert auch heute noch in fast allen Haushalten und Kitas.
Leider vergisst man schnell, dass das Kind erwünschte Verhaltensweisen wiederholt, weil es die Belohnung möchte und nicht, weil es versteht, warum dieses Verhalten erwünscht bzw. sinnvoll ist.

Anfang des Jahres 2015 habe ich begonnen in einer Integrations-Kita zu arbeiten. Ich bin dort seitdem für die Integrationskinder zuständig, die ihren Förderschwerpunkt im sozial-emotionalen Bereich haben. Sozial-emotional bedeutet dabei, dass die Kinder vor allem durch aggressives Verhalten auffallen.

Ich habe natürlich instinktiv und ohne darüber nachzudenken das Modell der operanten Konditionierung angewendet. Das war für mich keine große Sache, denn schließlich wurde ich so ja auch erzogen und ich bin auch ohne merklichen Schaden davon gekommen 😉

Nach einiger Zeit habe ich aber festgestellt, dass diese Art von Erziehungsmethode überhaupt keinen Einfluss auf das aggressive Verhalten der Kinder hat, was bei mir immer mehr Frust aufkommen ließ und je mehr Frust, desto häufiger habe ich die Kinder angemeckert.
Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass die Kinder mein Verhalten eins zu eins nachgeahmt haben. Ich musste also zuerst mein eigenes Verhalten ändern und lernen ruhiger und entspannter zu werden, was wegen der damaligen Personalsituation echt schwer war. (Ich allein mit 18 Kindern) Aber seitdem sind meine Kita-Kinder deutlich ruhiger geworden…

Nach 10 Jahren Berufserfahrung habe ich tatsächlich noch festgestellt, dass das Modelllernen die am besten funktionierende Lerntheorie ist. Vereinfacht erklärt ahmen Kinder Verhalten nach, wenn es zu einem positiven Effekt führt. Der positive Effekt, z.B. eigenes Erfolgserlebnis dient hierbei als positiver Verstärker.

In der Zwischenzeit fing zu Hause auch die Maus an immer gesprächiger und mobiler zu werden. Und auch hier habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass sie uns Eltern alles nachmacht.
Seitdem versuche ich ein gutes Verhaltensvorbild zu sein. Ich meckere weniger, bin deutlich weniger laut und „haue auch nicht mehr so oft auf den Tisch“
Seitdem ist es hier etwas entspannter. Nur mein Mann hat das noch nicht so ganz verinnerlicht. Vielleicht streiten die beiden ja deswegen ständig, wenn ich mal nicht im Raum bin 😉

Natürlich läuft es hier nicht perfekt, denn meine Geduld ist grundsätzlich auch davon abhängig, ob ich gestresst und dünnhäutig oder entspannt und gut gelaunt bin. Aber wir sind auf einem guten Weg. Trotzdem ist die Maus das einzige Kleinkind in diesem Alter, das ich kenne, dass das Wort „Scheiße“ immer richtig benutzt…

Wie ist es bei euch? Seid ihr immer ein gutes Vorbild? Oder ahmen euch eure Kinder weniger stark nach? Welche Erfahrungen habt ihr mit Belohnungen in der Erziehung gemacht? Freue mich über Kommentare

#Adventsgast Tag 4 oder der last-minute Basteltipp

Bei der Kellerbande gibts einen tollen Blog-Adventskalender… Und ich bin auch dabei!
Vorbeischauen lohnt sich also.

Die Kellerbande

image

da draußen
findest du es nicht

kehre
zurück

zur 
Stille 

bleib
einfach 
da

mitten
darin

und 
warte

was
wird
geschehen

© Anke Maggauer-Kirsche 

Am vierten Tag freue ich mich über meinen Adventsgast Daniela vom Blog „So schön unperfekt„.

Sie bloggt über ihr zwar unperfektes, aber genau deshalb, wunderschönes Leben mit ihrer kleinen Tochter, der Maus und ihrem Mann, den sie beide für den persönlichen Superhelden halten.
Es geht um alle Höhen und Tiefen ihres Familienlebens und um die persönliche Sicht der Dinge. Sei es über aktuelle Themen, Ausflugsziele, Rezepte, DIY-Anleitungen oder anderes.

Du findest sie auch in Facebook und Twitter.

Viel Spaß mit dem last-minute Basteltipp.

Ursprünglichen Post anzeigen 497 weitere Wörter

Mädchen sind immer Papakinder…

„Mach dir keine Sorgen, Mädchen sind am Ende immer Papakinder.“, hat mir meine Mama im ersten Jahr der Maus immer erzählt… Natürlich habe ich ihr nie geglaubt. Warum auch? Wieso sollten Mädchen grundsätzlich Papakinder sein? Zumal meine ja auch extrem mamafixiert war.
In ganz schlimmen Zeiten durfte der Papa sie noch nicht einmal ansprechen. Da wollte sie von früh bis spät nur auf meinem Arm sein und niemand anderen sehen.

Was habe ich damals auf ein wenig Freiheit gehofft. Dass sie zumindest zeitweise mehr am Papa hängt…
Ich war ausgelaugt, gestresst und brauchte unbedingt wieder soziale Kontakte, die mit dem Thema Baby nichts am Hut haben. Endlich war es dann soweit… Mein Elternjahr war vorbei, ich konnte wieder arbeiten gehen und der Papa übernahm die restliche Elternzeit.
Über meine neugewonnene Freiheit war ich unglaublich glücklich, denn ich hatte den Abstand zur Maus damals wirklich nötig. Gleichzeitig war ich aber auch voller Zweifel, da sich die Maus bisher nur von mir hat beruhigen lassen.

Glücklicherweise waren meine Zweifel damals völlig unbegründet, denn die Maus hat den Wechsel ihrer anwesenden Bezugsperson scheinbar völlig mühelos und unbeeindruckt überstanden. Sie wurde innerhalb der nächsten Wochen sogar ein richtiges Papakind.
Ungeahnt des späteren Ausmaßes habe ich mich darüber richtig gefreut. Für die Maus, dass sie es endlich geschafft hat, sich etwas von mir zu lösen und für meinen Mann, dass die Maus ihn endlich als Bezugsperson akzeptiert hat.

Mittlerweile kann ich ihren starken Bezug zum Papa nur noch schwer ertragen. Nicht, weil ich es ihr oder ihm nicht gönne, sondern weil es unglaublich weh tut.
Es tut weh, dass sie sich nur selten von mir trösten lässt oder ich sie nicht ins Bett bringen kann, weil sie herzzerreißend nach ihrem Papa schreit und immerzu „Mama weg! Mama weg!“ sagt.

Woran das liegt, kann ich mir nicht erklären. Oft denke ich, dass ich vielleicht sogar selbst Schuld habe, denn in den Schreimonaten der Maus war ich ständig überfordert. Ich war oft verzweifelt und habe sie dann angeschrien oder kurz alleine gelassen um selbst nicht auszurasten. Es gab Momente in denen ich sie und mein neues Leben gehasst habe und genau das dann auch gesagt habe.

Mein schlechtes Gewissen, das ich von damals noch immer mit mir herumtrage, trägt leider nicht dazu bei zu akzeptieren, dass sie ein Papakind ist.
Zeitweise frage ich mich sogar warum sie ihren Papa so viel lieber hat als mich. Obwohl er doch im Umgang mit ihr viel unentspannter ist und die beiden ständig Streit haben.
Wieso mag sie ihn mehr, obwohl er sie so unglaublich häufig anschnauzt und oft völlig genervt von ihr ist?

Klar sind das Gedanken, die man nicht haben sollte, dennoch kann ich sie oft nicht verdrängen und es ist dann schwer für mich meinen Mann nicht anzuschreien oder ihn runter zu machen und ihm seine Fehler vorzuhalten.
Wenn er gar nicht merkt, welches Glück er hat und er genervt ist von ihr, würde ich ihm manchmal am liebsten „MEIN“ Kind wegnehmen…

Ich gebe zu, dass war ein echt düsterer Text, aber nach langem Hin und Her, habe ich ihn doch veröffentlicht, da ich mir diese Gedanken endlich von der Seele schreiben musste… Glücklicherweise verschwinden diese Momente in denen ich solche Gedanken habe auch wieder.

Kennt ihr so einen extremen Mama- bzw. Papabezug bei euren Kindern auch? Wie geht ihr damit um? Zweifelt ihr manchmal an euch selbst oder genießt ihr die Freiheit eher? Oder seid ihr die Bezugsperson und euer Partner kann damit nur schwer umgehen?

Liebe Charlotte Würdig – Ein offener Brief gegen den Schlankheitswahn nach der Schwangerschaft

Liebe Charlotte Würdig,

eigentlich wollte ich nichts sagen, nach deinem voll an der Realität vorbeigehendem Instagram-Post. Ich wollte dir keine Plattform geben aber da man kaum noch an dir vorbeikommt, ohne deine überheblichen Kommentare zu lesen, will ich dir doch noch etwas sagen.

Aus eigener Erfahrung kann ich natürlich verstehen, dass man so schnell, wie möglich wieder in seine alte Form kommen möchte und sich unwohl im neuen Körper fühlt, denn vor allem in deinem Job ist es wichtig schnell wieder gut auszusehen. Aber hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum es wichtig ist, so schnell wieder gut auszusehen, wenn man so in der Öffentlichkeit steht wie du?
Weil jemand, wie du, leider die Maßstäbe setzt, was zu dick oder zu dünn ist. Und solche Kommentare, wie du sie in den vergangenen Wochen und Jahren von dir gegeben hast, machen niemandem Mut.

Du sagst, du kannst jeder Frau, die gerade ein Kind bekommen hat helfen. Egal, ob vegan, vegetarisch, stillend oder nach einem Kaiserschnitt. Du sagst, es gibt keine Entschuldigung. Meiner Meinung nach setzt du all diese Frauen unter Druck.
Niemand soll nach einer Geburt das Gefühl haben, nicht gut genug zu sein, denn der Körper hat gerade zehn Monate Schwerstarbeit geleistet. Aber genau dieses Gefühl ist es, das du uns normalen Frauen vermittelst.

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es den meisten Frauen nicht so gut geht, wie dir? Dass sie eventuell keinen Mann an ihrer Seite haben, dem es finanziell so gut geht? In unserer Realität ist es vielmehr so, dass der frischgebackene Papa in Vollzeit arbeiten gehen muss und von den schlaflosen Nächten und der Arbeit so geschafft ist, dass ich Verständnis dafür habe, dass er auch mal eine Pause braucht.

Hast du mal an die Mütter gedacht, die mit einem Schreibaby zu kämpfen hatten? Mütter, die deswegen so geschafft waren, dass an nichts weiter zu denken war, außer ans „Überleben“? Das sind genau die Mütter, die irgendwann am Ende ihrer Kräfte glücklich darüber sind, dass das Kind 40 Minuten schläft und sie überhaupt mal etwas essen können.

Du sagst, dass man für dein Training nur 40 Minuten an 5 Wochentagen Zeit benötigt? So viel Zeit für mich hätte ich im ersten Jahr mit meiner Tochter gerne mal gehabt, denn meine Tochter war genau so ein Kind, dass viel geschrien hat und ständig an mir klebte und sich weder ablegen, noch von anderen beruhigen ließ.
Auch der Haushalt muss geführt werden… Also, sorry Charlotte, aber ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten frischgebackenen Mamas auch ohne deine Ansprüche schon genug zu tun haben.

Was ist denn mit den Müttern, die körperlich noch nicht gesund sind? Zum Beispiel Probleme mit der Kaiserschnittnarbe haben, Geburtsverletzungen, die Schmerzen verursachen oder eine Schilddrüsenunterfunktion haben? Wie sollen diese Frauen den Ansprüchen genügen, die du in der Öffentlichkeit vorgibst?
Ich habe während meiner Schwangerschaft eine Schilddrüsenunterfunktion erworben und kämpfe mit jedem Kilo, denn bei dieser Erkrankung ist der Stoffwechsel so langsam und runtergefahren, dass Abnehmen fast unmöglich ist.

Was ist mit Rückbildung und dem Wochenfluss oder dem ausgeleiertem Beckenboden mit all seinen Konsequenzen? Hat eine Moderatorin so etwas nicht? Du lässt uns zumindest nichts davon wissen.
Vergiss aber dabei nicht, dass wohl fast alle Frauen, mit diesen Problemen kämpfen. Dass teilweise normale Spaziergange oft nicht ohne Schmerzen möglich sind.

Du sagst, du hast eben auf Kohlehydrate verzichtet? Bedenke aber, dass du stillenden Müttern eine ausgewogene Ernährung raten solltest. So eiweißhaltig und einseitig sollte sich keine stillende Mutter ernähren.

Deiner Meinung nach braucht man nur etwas Disziplin und muss etwas machen? Ich finde du machst dir das zu einfach. Bedenke, dass nicht jeder so ist, wie du. Nicht jeder ist gesund oder hat so ein entspanntes Baby, wie du!

Jetzt bist du wieder schwanger. Du kannst uns in einigen Monaten also wieder deinen tollen gestählten Körper präsentieren und uns erzählen, wie leicht das alles ist.
Es ist in Ordnung, dass du stolz bist und deinen Körper dann auch zeigen möchtest. Tu dies auch. Denke aber bitte an all die Dinge, die bei anderen Müttern eben auch anders laufen. Bei denen es nicht so läuft, wie bei dir!

Ich wünsche dir alles Gute

Deine Daniela

Alte Gewohnheiten endlich ablegen…

Es ist schon recht seltsam. Vor kurzem erst dachte ich, dass ich meine Unsicherheiten in Bezug auf das Mutter-Sein endlich abgelegt habe.
Früher, als die kleine Maus noch ein Baby war, war ich ja grundsätzlich in jeder meiner Entscheidung unsicher. Ich wusste nie, was richtig ist. Weder für mich, noch für mein Baby. Bauchgefühl kannte ich nicht, was aber wohl viel mehr daran lag, dass ich meine Tochter nicht verstanden habe. Daher habe ich mich von jedem, der sich in den Umgang mit mir und der Maus eingemischt hat, mehr oder weniger leiten lassen. Nicht immer bewusst und auch nie so, dass ich es offen zugeben würde, aber immerhin jedes Mal ein bisschen.
So habe ich natürlich weder Instinkt, noch mütterliche Intuitionen, noch ein gesundes Bauchgefühl in Umgang mit meiner Tochter entwickeln können.
Ich wurde also immer unsicherer und die Maus sicher auch, denn ich habe selten gleich reagiert, da sie sich ja nicht beruhigen ließ.

Nachdem die Phase endlich vorbei war, in der die Maus ganze sieben Stunden pro Abend bzw. Nacht am Stück schreiend verbracht hat und ich schon am Rande des Nervenzusammenbruchs war, habe ich erst gemerkt, dass ich allein die Expertin für meine eigene Tochter war. Ab da an wurde es besser. Ich wurde sicherer und auch die Maus war ausgeglichener. Klar, war sie immer noch sehr fordernd und kaum zum Schlafen zu bewegen, aber es wurde langsam immer besser.

Nach und nach habe ich gelernt auf die Signale der Maus achten und im Gegenzug die, oft viel zu gut gemeinten Ratschläge zu ignorieren.
Die besten Ratschläge waren ja grundsätzlich die der kinderlosen Freunde. Kennt ihr sicher…
„Verwöhn sie doch nicht so!“, „Sie muss auch lernen, dass sie nicht immer alles gleich bekommt!“, „Du musst sie auch mal schreien lassen, sonst schläft sie nie durch!“ oder mein Lieblingssatz „Wenn ihr sie jetzt nicht langsam mal an ihr eigenes Bett gewöhnt, wird sie mit 18 noch bei euch schlafen!“
Aufgrund dieser tollen Tipps, habe ich mich von vielen Freunden distanziert, denn ich wollte keine Ratschläge. Vielmehr wollte ich einfach nur verstanden und in den Arm genommen werden.

Ich versuchte mich also allein am Thema „Mama-Sein“. Mein Mann war mir nur insofern eine Hilfe, dass er mich verstand und wusste was in mir vorgeht. Aber ihm ging es ja genauso. Er war ratlos, überfordert und musste nebenbei auch noch arbeiten gehen.

Mit der Zeit verstand ich meine Tochter aber immer besser. Ich lernte sie und ihre Launen kennen und konnte mit der Zeit immer besser darauf reagieren. Endlich hatte ich wieder etwas Selbstbewusstsein und war wieder glücklich Mama zu sein.

Natürlich gab es immer wieder kleinere und größere Rückschritte. Zum Beispiel als die Autonomiephase losging oder die Maus sich plötzlich dazu entschied kein Mama-Kind, sondern ein Papa-Kind zu sein, aber im Großen und Ganzen wurde es langsam.
Zumindest bis vorgestern Abend. Als ich im Supermarkt an der Kasse stand und die Kassiererin der Maus ganz verdutzt die Frage stellte, warum sie so spät denn noch nicht im Bett ist? Meine Antwort war erst einmal ganz ohne Hintergedanken „Naja, ist ja erst 18 Uhr und ich bin eben voll berufstätig.“
Daraufhin fragte mich die Kassiererin wie alt die Kleine denn ist und ob sie schon im eigenen Bett schläft…

Ganz plötzlich fühlte ich mich in alte Zeiten zurückversetzt. Ich hatte das Gefühl mich rechtfertigen und erklären zu müssen. Ich hatte das Gefühl mal wieder einen Fehler gemacht zu haben.

Mittlerweile habe ich meine Unsicherheit natürlich wieder in den Griff bekommen. Ich weiß, dass ich bei meiner Tochter nichts falsch mache. Sie liebt mich mit all meinen Macken und Fehlern…
Jeder muss es auf seine Art machen, denn nur weil etwas Bestimmtes bei der Maus richtig war, heißt das nicht, dass das die Universalantwort bei anderen Kindern ist.

Also versucht an euch und eure Fähigkeiten als Eltern zu glauben und lasst euch auf keinen Fall verrückt machen.

Wie ist es bei euch? Habt ihr auch Momente in denen ihr an euch selbst zweifelt? Wie geht ihr damit um?

Germanys next Kita-Model?

Am Freitag kam eine Photographin zu uns in die Kita, denn es war mal wieder so weit. Das alljährliche Fotoknipsen stand an. Für mich etwas komplett neues, da ich im letzten Jahr noch in Elternzeit war und davor in der Behindertenhilfe tätig war.

Der Termin war schon lange davor angekündigt und ich habe ihm vollkommen gelassen entgegen gesehen. Warum auch nicht? Man ahnt ja nichts Schlimmes… Zumindest bis zum Moment, als die ersten Kinder den Raum betreten haben.
Aufgetakelt bis in die Haarspitzen…
Da wurde zu Hause geflochten, gepudert und gestylt, nur damit die, in dieser Jahreszeit grundsätzlich verrotzten Kinder auch gut aussehen.

„Sie ist ein bisschen erkältet, also hab ich ihr ein wenig Rouge ins Gesicht gemacht! Ach und die Haare habe ich mit Haarspray fixiert. Vielleicht achtet ihr bitte darauf, dass sie nur ruhige Spiele spielt!“ oder „Ihr könnte ihr ja, wenn das Foto gemacht wird, die Brille abnehmen, damit sie hübscher aussieht!“, waren einige der Sätze, die ich mir anhören musste.
Ist das nicht einfach unglaublich??? Es sind Kinder, mit denen ganz normale Kita-Fotos gemacht wurden. Stattdessen wurden die Kinder gestylt und verkleidet, als ob es um Model-Fotos gehen würde.

Natürlich werden die Kinder unmittelbar vor dem Foto noch von den Rotznasen und eventuellen Essensresten befreit. Ist ja auch selbstverständlich, aber so…? Manchen Kinder habe ich bestimmt dreimal umgezogen und gekämmt, nur damit die Eltern auch zufrieden sind mit dem Ergebnis.
Ihr könnt euch kaum vorstellen, was das für ein Zirkus war an diesem Tag… Und trotzdem war es vollkommen unnötig, denn als meine Kinder endlich an der Reihe waren, war es Mittag und da war mittlerweile auch die Frisur mit dem stärksten Halt nur noch im Ansatz vorhanden. Und trotzdem sind es ausnahmslos tolle Bilder geworden…

Meiner Meinung nach sehen Kinder immer süß aus auf solchen Bildern, egal ob mit Brille oder ohne, geflochtenen oder offenen Haaren… Dieses Ganze verkleiden und stylen ist absolut nicht notwendig und auch unverständlich…

Wie ist es bei euch, wenn der Kita-/Schulphotograph kommt? Stylt ihr eure Kinder auch durch? Oder lasst ihr sie einfach sein, wie sie sind? Wie wichtig ist so ein „perfektes“ Bild für euch?